10. November 2016

Das Projekt DIAMANT

Im Projekt DIAMANT wird erforscht, wie die aufkommende digitale Arbeitswelt innovativ organisiert und gestaltet werden kann – zum Vorteil von Unternehmen und Beschäftigten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter akzeptieren die Einführung neuer Technologien in ihren Betrieben eher, wenn sie in die Umgestaltung eingebunden sind. In der Regel findet Digitalisierung in Unternehmen aber im Top-Down-Prozess statt, den Führungskräfte einleiten und umsetzen. Hier setzt das Projekt DIAMANT unter Leitung von Juniorprofessorin Dr. Caroline Ruiner an, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 1,475 Millionen Euro gefördert wird. Die Soziologin an der Universität Trier und ihr Team forschen dazu, wie in digitalisierten Betrieben die Arbeit innovativ gemanagt und das Einbringen von Ideen gefördert werden können. So wollen sie dazu beitragen, Arbeit sicher, gesund und motivierend zu gestalten.

Durch Digitalisierung veränderte Wertschöpfungsprozesse in Unternehmen sind in den Bereichen Produktion, Logistik und Handel weit fortgeschritten. Die Trierer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in Kooperation mit Expertinnen und Experten aus Psychologie, Informatik und Logistik der Universität Bremen, der Universität Duisburg-Essen und der FOM Hochschule Essen mit den drei Unternehmen Balcke-Dürr, BOGE und REWE und deren Mitarbeitenden, Sozialpartnerinnen und Sozialpartnern sowie Führungskräften zusammenarbeiten.

Mit der Einführung von digitalisierten Arbeitsprozessen verschieben sich auch die Anforderungen an Mitarbeitende. Von ihnen werden neue Kompetenzprofile und die Fähigkeit gefordert, abstrahieren zu können und Lösungen für komplexe Probleme zu finden.

Ein E-Coaching-System soll im Rahmen des Projekts DIAMANT die Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden und Führungskräften für ihre Tätigkeiten im veränderten Arbeitsalltag unterstützen. Es trägt dazu bei, die Selbstwirksamkeitserwartung von Mitarbeitenden und Führungskräften zu unterstützen. Ein digitalisiertes Ideenmanagement dient dazu, die Vorschläge der Mitarbeitenden einzuholen, kreative Ansätze zur Verbesserung der Wertschöpfungsprozesse und der Arbeitsbedingungen zu bündeln. Flankierend werden moderne und lernfreundliche Arbeitsumgebungen mit stärkerer Selbstorganisation und individuellen Gestaltungsfreiräumen am Arbeitsplatz und im Arbeitsprozess geschaffen. Die Mitarbeitenden sind folglich direkt in den Digitalisierungsprozess einbezogen.

Für Mitarbeitende kann die Digitalisierung grundsätzlich mit einer Erleichterung ihrer physischen und kognitiven Tätigkeiten einhergehen, indem eine Entlastung durch bessere Planbarkeit sowie selbstbestimmte und flexible Arbeitsgestaltung realisiert wird. Es kann jedoch auch zu einer psychischen Belastung kommen, wenn neue Kompetenzen gefordert sind und entwickelt werden müssen, die gesteigerte Transparenz von Leistungen beiträgt und zu einem erhöhten Arbeitsdruck führt. Daher werden im Projekt DIAMANT die Arbeitsbelastung und die Güte der Anpassungen in den Unternehmen mit einem entwickelten Instrument zur Ermittlung psychischer Belastung und Beanspruchung in digitalisierten Arbeitssystemen gemessen.

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